Die Bahn hat eine Zukunft

Bahn hat Zukunft-CoverDie Kaltenleutgebner Bahn – was für eine Chance!

Okay. Es gibt nun also eine Studie, die im Auftrag des VOR die verschiedenen Möglichkeiten für den Öffentlichen Verkehr im Kaltenleutgebner Tal untersucht hat. Sie kommt zum Ergebnis, dass „die Wiederaufnahme eines Bahnbetriebes in unterschiedlichen Varianten auf Grund der hohen Investitionskosten bei vergleichsweise niedrigem Fahrgastpotenzial nicht vertretbar ist.“ Einig sind sich aber alle, dass die Trasse erhalten bleiben soll, falls es einmal eine neue technologische Lösung geben sollte. Damit hakt man das Thema ab und will sich auf die „Beschleunigung der bestehenden Busverbindungen“ konzentrieren. Da die Busse aber ebenso wie die Privat-Pkw im Stau stehen werden, wird das mit der Beschleunigung wohl nicht ganz so aufgehen. Wer wirklich eine Lösung will, muss das ganz anders denken …

Die Kaltenleutgebner Bahn – einmal ganz anders gedacht

In jedes Gebäude mit mehr als drei Etagen wird heutzutage ein Lift eingebaut. Wenn es barrierefrei sein soll sogar schon, wenn es nur einen Höhenunterschied zu überwinden gilt. Niemand fragt sich dabei, ob so eine Investition vertretbar ist. Im Gegenteil: eine Wohnung oder gar ein Büro im fünften oder sechsten Stock ohne Lift ist praktisch unverkäuflich. Dementsprechend viel Aufwand wird auch getrieben, um Gebäude auch nachträglich mit einem Lift auszustatten.

Was wäre nun, wenn die Trasse der Kaltenleutgebnerbahn nicht als Bahn sondern als Lift  genutzt wird? Bei den Stationen gäbe es beispielsweise einen Rufknopf und in der Kabine gäbe es ein Tablett, wo man einen Knopf drücken kann, um dem Lift mitzuteilen, wo man aussteigen will. Moderne Lifte lernen und wissen mit der Zeit, wo die Kabinen über den Tag verteilt jeweils benötigt werden. Ihr „Fahrplan“ ergibt sich aus dem tatsächlichen Bedarf. Und im Gegensatz zu herkömmlichen Liften können auf Geleisen auch mehrere Kabinen gekoppelt werden, falls zu Spitzenzeiten ein größeres Fassungsvermögen benötigt wird. Das hätte den Vorteil, dass die Kabinen eher klein gehalten werden können (10 bis 12 Personen Fassungsvermögen müssten reichen) und sich z.B. der Energieaufwand an den tatsächlichen Bedarf anpasst. In einem Lift gibt es auch keinen Chauffeur, was sich entscheidend auf die Betriebskosten auswirkt. Rein technisch wäre das bei allen nötigen Sicherheitsvorgaben auch schon realisierbar.

Die Kabinen wären natürlich elektrisch angetrieben und mit Akkus ausgestattet. Diese könnten in der betriebsarmen Zeit aufgeladen oder einfach gegen voll geladene ausgetauscht werden, falls es schneller gehen muss. Und auch die Bremsenergie kann auf der abschüssigen Strecke genutzt werden, um die Akkus zu laden. Damit könnte die Trasse im Prinzip, so wie sie jetzt schon ist, befahren werden. Natürlich müssten sich die Kabinen superleise bewegen, mit erneuerbarer Energie versorgt werden und auch das Design muss was hermachen. Hier wäre aber durchaus großes Potenzial für ein weiteres Wahrzeichen.

GUT, ABER WER SOLL DAS BEZAHLEN?

Bei einem herkömmlichen Lift werden die Errichtungs- und Betriebskosten in die Kosten des damit versorgten Gebäudes inkludiert bzw. wird eine Lifteigentümergemeinschaft errichtet, über die die Kostenverteilung und die Betreuung organisiert wird. Dieses Modell könnte durchaus auch für unser Projekt als Vorlage dienen, wenngleich es wohl etwas komplexer, aber damit nicht unbewältigbar wird. Die „Lifteigentümergemeinschaft“ könnte aber so offen konzipiert sein, dass alle an der Strecke Wohnenden bzw. jene, die den Lift regelmäßig nutzen wollen, partizipieren können. Darüber hinaus ist auch die Öffentliche Hand gefragt, da bei der Verkehrsproblematik in unserer Region sicher ein öffentliches Interesse gegeben ist. Und sie wird sich auch nicht nobel heraushalten können, wenn schon von privater Seite ein entsprechendes Investitionsangebot vorliegt.

Sinnvollerweise wird man die Einrichtungsphase auch als Forschungsprojekt anlegen, was es ja tatsächlich auch ist, womit zahlreiche Fördertöpfe angezapft werden können. Und wenn man es einigermaßen geschickt aufsetzt, werden sich auch die laufenden Betriebskosten in vergleichsweise sehr überschaubaren Dimensionen bewegen.

Also – mit ein bisschen Phantasie und dem nötigen politischen Willen ließe sich auf der Trasse der Kaltenleutgebnerbahn ein echtes Vorzeigeprojekt mit wahrem Leuchtturmcharakter verwirklichen, das die Problematik der suburbanen Mobilität vorbildhaft angeht.

DER NÄCHSTE SCHRITT

Der nächste Schritt ist eindeutig die Bildung einer Projektgruppe, die aus dieser Konzeptskizze ein konkretes, durchgängig umsetzbares Projekt macht, die dazugehörigen Verhandlungen führt und die Partizipationswilligen koordiniert respektive animiert. Nicht nur als Mobilitätsgemeinderat sondern auch als unmittelbar betroffener und partizipationswilliger Anrainer – wir leben hier quasi auf Augenhöhe mit der Bahn – bin ich gerne bereit mindestens den Geburtshelfer für diese Projektgruppe zu machen. Wer sich also inspiriert fühlt und von Anfang an bei einem genauso phantastischen wie herausfordernden Projekt dabei sein will, möge sich bitte bei mir melden.

Kabinen

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