Friedensangebot an „die Reichen“

Warren Buffett, amerikanischer Unternehmen, 1930 geboren, wird folgendermaßen zitiert (Quelle):

  • „In Amerika wird ein Klassenkrieg geführt, und meine Klasse gewinnt eindeutig“ – zitiert in Manager-Magazin 7. März 2004
  • „Wenn in Amerika ein Klassenkampf tobt, ist meine Klasse dabei, ihn zu gewinnen.“ – Zitiert bei Mika Hoffmann, Ferdinand Bertram und Oliver Janich. Warren Buffett – Milliarden- Macher. Focus 25.03.2004
  • (Original engl.: „If class warfare is being waged in America, my class is clearly winning.“ – Jahresbrief an die Investoren seines Fonds „Berkshire Hathaway“, 2003, S. 7 berkshirehathaway.com)
  • (Original engl.: „It’s class warfare, my class is winning, but they shouldn’t be.“ – Interview mit Lou Dobbs, CNN, 19. Juni 2005, cnn.com)
  • (Original engl.: „There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.“ – im Interview mit Ben Stein, New York Times, November 26, 2006)

Georg Schramm macht in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Erich-Fromm-Preises auf diese Kriegserklärung aufmerksam (m26 s26).

*

Wenn uns der Krieg erklärt wurde, müssen wir ihn so rasch als möglich beenden. Krieg bedeutet Not und Leid und Elend. Um Kriege zu beenden gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wird einer der beiden Gegner völlig bedeutungslos gemacht oder sie schließen Frieden und vereinbaren künftig unter beidseits akzeptablen Bedingungen zu kooperieren.

Wenn „die Reichen“ behaupten, sie seien am gewinnen, bedeutet das, dass die übrigen beinahe 7 Milliarden Menschen bereits nahezu bedeutungslos gemacht wurden und unter Bedingungen leben, wo ihre Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind oder gar vernichtet wurden.

Warren Buffett bzw. seinesgleichen muss geantwortet werden. Und ich wüsste jetzt niemanden, der folgenden Text authentischer vortragen könnte, als Georg Schramm.

Friedensangebot an „die Reichen“

Nein, wir kapitulieren nicht!

Nicht, weil wir es nicht wollten!

Wir können es nicht.

Wir sind es unseren Kindern und Kindeskindern schuldig, ihnen eine Welt zu hinterlassen, wo ihr menschliches Wohl gedeihen kann. Und wenn die Möglichkeiten dazu immer mehr eingeschränkt werden und systematisch jede Perspektive verstellt oder vernebelt wird, dann können wir diese Schuld nicht einlösen. Und jeder, der eine Schuld einzulösen hat und es absehbar wird, dass dies nicht gelingt, verzweifelt und beginnt irrationale Handlungen zu setzen, wo die Anwendung von Gewalt immer weniger in Zaum gehalten werden kann. Der Verzweiflung folgt Enthemmung von immer mehr Menschen. Und wir sind viele. Wir sind sehr viele. 7 Milliarden. Eine davon hungert schon jetzt.

Ihr führt letztlich einen Krieg gegen Euch selbst. Der Rest der Menschheit ist nicht Euer Gegner. Er ist das Schlachtfeld. Und ihr könnt nicht davon ausgehen, dass Ihr Euch nach dieser Aktion – ein Missbrauch sondergleichen – irgendwo hin verziehen und ungestört in Frieden leben könnt.

Ihr habt schon so viel Leid und Not und Elend in die Welt gebracht, dass es manche schon als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ verurteilt sehen wollen. Aber mit einem fairen Prozess seit Ihr wahrscheinlich ohnehin noch besser dran. Eine saubere Anklage, ein sauberes Urteil, eine angemessene Strafe. Bei einsichtigem Verhalten und entsprechender Sühneleistung muss es ja nicht gleich mehrfach Lebenslang sein, obwohl es auch das schon gegeben hat. Bernard Madoff wurde zu 150 Jahren wegen „außergewöhnlicher Bösartigkeit“ verurteilt. Daran könnte man sich auch orientieren, wenn man wollte.

Aber das wird vermutlich kein Friedensangebot sein, mit dem Ihr leben könntet, also werdet Ihr eher den Krieg bis zum bitteren Ende weiterführen. Das wäre in dem Fall aus Eurer Perspektive vermutlich die bessere Option. Aber nur weil das unvermeidliche Ende hinausgezögert wird.

Deswegen wollen wir Euch ein besseres Angebot machen: Ihr nehmt einfach all Eure Besitztümer – das Fünfzigfache des Besitzes des jeweils ärmsten Menschen dürft Ihr behalten – und bringt es zum Wohle der Menschheit ein. Ihr dürft Euch auch um die notwendigen Strukturen und um die Verteilung bemühen, was eine Art freiwilliger Sozialdienst wäre, den Ihr als Sühneleistung geltend machen könntet. Und Ihr dürft dabei sogar immer reicher werden, Ihr müssten nur darauf achten, dass die Ärmsten auch immer mehr bekommen.

Damit wären Not und Leid und Elend auf dieser Welt schlagartig vorbei und wir alle können den Krieg beenden, ohne das Gesicht zu verlieren. Das wäre historisch einzigartig und Ihr könntet als die ersten Reichen, die den Klassenkampf erfolgreich beendet haben und dabei sogar angemessen reich geblieben sind in die Geschichte eingehen.

Krieg heißt dem Gegner immer mehr Möglichkeiten zu entziehen, bis er einen so engen Handlungsspielraum hat, dass keine Bedrohung mehr von ihm ausgeht. Dummerweise sieht das aus der Persektive des Gegners so aus, als ob die Aggressoren immer bedrohlicher würden. Ist ja auch klar: je weniger Möglichkeiten ich habe, umso mehr wird das zur Bedrohung, das mir vermeintlich die Möglichkeiten genommen hat.

Krieg ist ein absurdes Geschäft. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr weiter Eure Milliarden in diese Absurdität investieren wollt, wenn Ihr das, was Ihr tut einmal mit einem gewissen Abstand betrachtet. Wohin soll das eigentlichen führen? Da ist eine sinnvoll organisierte Umverteilung schon wesentlich erfolgversprechender, nämlich diesmal für alle Beteiligten.

Ihr könnt mit der Umsetzung dieses Friedensangebots auch sofort beginnen. Geht hin zu den Menschen, die durch Eure Kriegsspiele in Not und Leid und Elend leben müssen und helft ihnen um Himmels willen auf die Beine. Da ihr das alleine wahrscheinlich gar nicht schaffen werdet, baut Euch effektive Strukturen auf, Ihr wisst doch wie das geht. Menschen die Euch dabei helfen möchten, werden sich sicher zu Tausenden finden.

Wenn alle mit anpacken, muss auf dieser Welt kein Mensch mehr hungern, alle hätten ausreichend Wasser, unbehinderten Zugang zu einer menschenwürdigen Gesundheitsversorgung und zu einem menschenfreundlichen Bildungswesen. Und das alles in einer intakten Umwelt und in intakten Gesellschaften. Das wäre doch ein Projekt! Ein Projekt auf das wir zu recht Stolz sein könnten.

Und wir wollen da endlich alle Energie hineinstecken und uns nicht länger mit Eurem dämlichen Krieg beschäftigen müssen. Das ist doch kein Leben!

Ich wäre dann so weit!

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