2011 Das Thanksbook – was es können sollte

Als ich mich unlängst mit der Frage beschäftigte, wozu wir Geld wirklich brauchen, tauchte die Idee des Thanksbook auf, die auf einige positive Resonanz stieß (z.B. hier), was mich nun veranlasst, diese Idee genauer zu skizzieren, es zumindest zu versuchen.

Das Anforderungsprofil

Jede/r Beteiligte braucht ein eigenes Konto. Das kann ganz analog z.B. zu Facebook aufgebaut sein.

Es braucht eine Möglichkeit die Geschäftsfälle zu dokumentieren. Wobei es vermutlich noch Gegenstand intensiver Diskussionen sein wird, wie präzise das vorgenommen wird bzw. wie transparent das nötig ist.

Zumindest für die Erkundungsphase wird es aber wünschenswert sein, die volle Transparenz walten zu lassen, um zu schlüssigen Ergebnissen zu gelangen. D.h., aus den Facebook-Freundschaften werden Thanksbook-(Geschäfts)partnerschaften und die geschäftlichen Interaktionen werden in einer aufsummierbaren Form verzeichnet.

Ja, und das Ganze muss dann unbedingt massentauglich sein, sprich der „Buchungsaufwand“ für den Einzelnen muss so gering wie möglich gehalten, also soweit wie möglich automatisierbar sein, es kann schließlich im Endeffekt um etliche Milliarden Geschäftsfälle gehen. Darüber hinaus sollte die Buchungsarbeit so lustvoll gestaltet sein, dass die Menschen sie wirklich gerne machen.

Der Ablauf

  1. A erbringt eine Leistung
  2. A dokumentiert die Leistung im Thanksbook
  3. B hat was von der Leistung und dokumentiert das ebenfalls im Thanksbook

Das wär jetzt die aller einfachste Form, die Grundstruktur. Und sie kommt auch noch ohne zahlenmäßig Bewertung der einzelnen Interaktionen aus. Dennoch ist ersichtlich welche und wieviele Leistungen A erbringt und wie viele Bs davon profitieren. Vielleicht reicht das ja auch schon, aber das ist wohl nur experimentell zu ermitteln.

Der Ansatz hat jedenfalls aus meiner Sicht schon einen gewissen Charme, weil es A beispielsweise freigestellt ist,

  • ob sie oder er eine Leistung aus eigenem Antrieb erbringt oder auf Bestellung,
  • wie oft sie oder er die Leistung erbringt bzw. für wen und zu welchen Konditionen,
  • wie umfassend sie dokumentiert
  • und damit beworben wird.

Und die Bs hätten den Vorteil, dass sie sich einen Überblick verschaffen können,

  • welche Leistungen angeboten werden,
  • wieviele Menschen eine Leistung schon in Anspruch genommen haben und
  • wenn eine Kommentarfunktion verfügbar ist, wie zufrieden die anderen Bs mit der erbrachten Leistung waren.

Und schließlich hätten alle Beteiligten den Vorteil,

  • dass sich der Verrechnungsaufwand auf ein paar Mausklicks reduzieren würde,
  • dass für alle transparent dokumentiert ist, wer welche Leistungen für wen erbracht hat
  • und damit alle Beteiligten frei entscheiden können, für wen sie welche Leistungen erbringen möchten.

Der allergrößte Charme liegt aber wohl darin, dass mensch dieses System nicht gewaltsam etablieren muss. Wenn es funktioniert, wird es das bestehende System nach und nach ablösen. Entscheidend wird schließlich die Größe dieser Thanksbook-Community sein bzw. ob alle nachgefragten Leistungen darin vorkommen.

Wie auch immer, es wäre jedenfalls ein spannendes Stück experimenteller Wirtschaftstheorie, wenn wer so ein Programm aufsetzen könnte und wir die Effekte studieren könnten.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass wir einen neuen, diesmal globalen Gesellschaftsvertrag bräuchten, also eigentlich so etwas wie ein Consensusbook.

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