2011 Erst kommt das Essen, sonst fehlt die Kraft für alles andere

Die FAO veröffentlicht jeden ersten Donnerstag im Monat ihren Global food price monitor. Der von der FAO ermittelte Nahrungsmittelpreisindex ist demnach das achte Monat in Folge gestiegen und legte im Februar 2011 um 2,8% zu.

Er liegt damit auch schon deutlich über den bisherigen Preisspitzen von 2008, die damals schon zu etlichen Hungeraufständen geführt hatten.

Ralf Streck versucht in „Demokratie- oder Hungerrevolten?“ den Ursachen für die steigenden Preise auf den Grund zu gehen und beleuchtet verschiedene mögliche Faktoren. Er kommt im Wesentlichen zu dem Schluss, dass vor allem die Spekulation mit Rohstoffen die Preise in die Höhe treibt. Als alter Jean Ziegler-Fan stimme ich dem nur zu gerne zu und das Geschehen auf den Märkten gehört auf alle Fälle soweit reguliert, dass der Trend, wonach immer mehr Menschen auf der Welt hungern – mittlerweile ist schon von einer Milliarde die Rede – endlich umgekehrt wird!

Allerdings wäre ich vorsichtig, die Spekulationen als einzige Ursache für steigende Rohstoff-Preise festzumachen, wie wohl sie die Problematik sicher noch verschärfen. Als Grundproblem sehe ich nach wie vor, dass die Nachfrage nach Rohöl mit dem Wachstum einer weitestgehend auf Öl basierenden Wirtschaft – nämlich exponentiell – zunimmt, wohingegen die Ölförderung im Wesentlichen einer Glockenkurve folgt. Diese beiden Kurven müssen sich früher oder später eher mehr als weniger „hart“ schneiden, was ebenso die Preise in die Höhe treiben muss. Und vieles deutet darauf hin, dass wir diesen Schnittpunkt gerade erleben.

Selbst wenn es also gelingt, den Spekulanten das Handwerk zu legen, muss das noch nicht heißen, dass wir damit schon aus dem Schneider sind.

Hier noch der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Ölnachfrage:

Die Grafik ist einem ansonsten auch sehr lesenswerten Forenbeitrag auf wallstreet-online.de entnommen.

 

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