2011 Und zum Öl kommt dann noch das Geld dazu

In einem Interview von Franz Hörmann auf heise online bekommt man folgende Sätze zu lesen:

Die zurzeit im globalen Wirtschaftssystem beobachtbare Entwicklung stellt meiner Meinung nach keine singuläre, unvorhersehbare Katastrophe dar, die in absehbarer Zeit überwunden werden kann, wobei dann wieder die alten Spielregeln der sogenannten freien Marktwirtschaften gelten. Vielmehr kann die seit Jahrtausenden geübte Praxis der monetären Steuerung einzelner Menschen ebenso wie ganzer Gesellschaften nicht mehr länger aufrechterhalten werden. Ich denke, es handelt sich bereits um die finale Systemkrise und nicht nur um ein vorübergehendes, von Politik und Finanzelite zu lösendes Problem.

Die tiefere Ursache liegt in der technischen Konstruktion des Geldsystems, das dem Wirtschaftssystem zugrunde liegt, welches jedoch jederzeit im gesamtgesellschaftlichen Konsens auch verändert werden kann.

Da es sich bei Geld aber nur um eine Verteilungsregel von Gütern und Dienstleistungen in einer Gesellschaft handelt und solche Regeln beim heutigen Stand der Technologie wesentlich einfacher und flexibler mittels internetgestützter Datenbanken umsetzbar sind, als durch das Vortäuschen standardisierter Metallstücke mit Eigenwert, wird auch dieses Bedrohungsszenario die aufgeklärteren Gesellschaften nicht sehr stark beunruhigen.

Wenn wir den einfachen Menschen zeigen, dass Kooperation bessere Resultate zeitigt als Konkurrenz und ihnen zugleich mehr Entscheidungsfreiheiten (z.B. im Bereich der Zeiteinteilung, Beschäftigungsinhalte, Gestaltung des sozialen und technischen Umfeldes etc.) zugestehen, dann können wir tatsächlich die Chance in der Krise sehen und die längst überfällige Transformation der westlichen Gesellschaft vollziehen.

Ein System, in welchem Gewinne ausschließlich aus Informationsasymmetrien geschöpft werden können, ist aber eben schon aufgrund seiner Konstruktion ein reines Betrugssystem!

Mehr zu Franz Hörmann gibt es hier.

Aus „mathematischer Sicht“ wird 2011 eintreten, dass die meisten großen Schuldnerstaaten nicht einmal die Zinsen aus ihren Schulden aufbringen werden können. Das Vertrauen in die Währungen wäre derart erschüttert, „dass es (wenn überhaupt) nur noch durch eine nachfolgende Währungsreform wiederhergestellt werden kann.“

Jetzt wird es dann sehr interessant, wie sich die beiden Krisenentwicklungen (Geldsystem und Ölwirtschaft) gegenseitig beeinflußen und überlagern. Im Haushaltsbudget wird man es allerdings nicht unterscheiden können. Der Anteil für Sprit und ölabhängige Produkte wird sich vergrößern, die anstehenden „Währungsreformen“ werden den Effekt noch – vermutlich massiv – verstärken. Immer mehr Menschen werden immer schneller die Schmerzgrenze erreichen, wo die Haushaltseinkommen gerade noch das Überleben sichern, aber von Zukunftsperspektive keine Rede mehr sein kann. Noch eine Stufe schlimmer wird es, wenn das Haushaltseinkommen die Überlebenskosten nicht mehr abdeckt.

Es entsteht ein Handlungsdruck, der sich durchaus erdbebenartig entladen kann, der nach und nach alles wegräumt, was nicht handfest genug ist. Ich bin noch optimistisch und meine, dass sich potenzielle Krisenherde leichter identifzieren lassen, als das nächste Erdbeben vorauszusagen. Und dann sollte man noch „Evakuierungspläne“ zur Hand haben.

Zur Identifikation potenzieller Krisenherde hülfe ermutlich eine vergleichende und zeitliche Analyse über das Verhältnis Haushaltseinkommen zu Lebenshaltungskosten…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s