2003 Was ist ein Sozialforum?

Quelle: socialforum.at

Vom 6. bis 11. November 2002 fand unter dem Motto “Ein anderes Europa für eine andere Welt“  in Florenz, Italien, das erste Europäische Sozialforum (ESF) statt, zu dem ca. 50 000 AktivistInnen aus ganz Europa kamen, u.a. auch über 500 aus Österreich, die in einem von der Eisenbahnergewerkschaft organisierten Sonderzug angereist waren. Die globalisierungskritischen Diskussionen und die weltweiten Proteste gegen den Krieg im Irak bildeten damals den Auftakt für die Vorbereitung des 1. Austrian Social Forums (ASF), das jetzt in Hallein stattfindet.

Die Idee der Sozialforen geht auf die gleichzeitig im Norden und im Süden entstandenen, globalisierungskritischen Bewegungen zurück, die  im November 1999 bei den massiven Protesten gegen die sogenannte „Milleniumsrunde“ der WTO in Seattle, USA ihren politischen Durchbruch gegen die weltweiten Privatisierungstendezen durch transnationale Unternehmungen erfahren hatten. Im Anschluss an die Gegengipfel zivilgesellschaftlicher Organisationen in Genf (UN-Sozialgipfel, Juni 2000), Prag (Weltbankkonferenz, September 2000) und Washington (IWF-Tagung) fand Ende Jänner 2001 in Porto Alegre, Brasilien, das erste Weltsozialforum statt. Unter dem Motto “Eine andere Welt ist möglich!“ trafen sich Zehntausende AktivistInnen aus Lateinamerika, Europa, Asien und Afrika, um ihre Ideen und Konzepte in bezug auf die Gestaltung einer alternativen Weltordnung auszutauschen. Eine „Globalisierung von unten“, Solidarökonomie und ein partizipatorischen Verständnis von Demokratie bildeten damals wie heute die Hauptachsen des Weltsozialforums.

Beim 2. Weltsozialforum im Februar 2002, bei dem sich der Widerstand gegen den Krieg in Afghanistan und Irak als weitere Hauptachse in den öffentlichen Diskussionen herauskristallisierte, wurde beschlossen, die Sozialforen weltweit zu regionalisieren. Dieser Prozess führte zur Abhaltung eines Europäischen Sozialforums in Florenz, eines Asiatischen Sozialforums in Heyderabad, Indien und eines Amazonas-Forums in Belem, Brasilien.

Gleichzeitig fanden in verschiedenen Ländern Lateinamerikas, Europas und des Nahen Ostens verschiedene Sozialforen auf nationaler Ebene statt. Das nächste Weltsozialforum wird vom 16. bis 21. Jänner 2004 in Bombay – Mumbai, Indien, stattfinden.

Die Sozialforen verstehen sich als „offentliche Räume“, in denen aktionsbezogene Alternativen zu Neoliberalismus, Ausgrenzung und Krieg diskutiert werden. Die TrägerInnen der Sozialforen sind zivilgesellschaftliche Bewegungen und Organisationen. Politische Parteien sollen gemäß der sogenannten „Charta von Porto Alegre“ bloss eine unterstützende Funktion haben.

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